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Die Akademische Vereinigung Rheinstein ist ein Zusammenschluss von katholischen Studenten und Absolventen der Kölner Hochschulen. Unsere Studentenverbindung wurde 1925 gegründet und hat derzeit rund 400 Mitglieder.

Freunde fürs Leben

Die Basis unserer Gemeinschaft ist die Freundschaft zwischen den Mitgliedern. Und die Verbindung sorgt dafür, dass die Freundschaft hält - auch dann, wenn man nach dem Abschluss in alle Himmelsrichtungen zerstreut wird. Anders als in den meisten Vereinen und Cliquen findet man so bei uns buchstäblich Freunde fürs Leben. Und die Freunde helfen: Bei der Eingewöhnung an der Uni zum Beispiel. Oder später bei der Vermittlung von Praktika und Job-Kontakten. Vor allem aber dann, wenn ein Mitglied in Not gerät. Kritiker verspotten Verbindungen deshalb gerne als „Seilschaften“. Wir würden sie eher als moderne Netzwerke bezeichnen.

In unserer Studentenverbindung findet man einen bunten Mix aus allen Generationen und Fachrichtungen. Doch unabhängig von Alter und Status: Alle unsere Mitglieder begegnen sich auf Augenhöhe. Dahinter steckt die Überzeugung, dass jeder von jedem lernen kann. Von dieser offenen Diskussionskultur profitieren vor allem die studentischen Mitglieder: Im „Mikrokosmos Verbindung“ lernen sie zu organisieren, zu führen und nicht zuletzt ihre Standpunkte auch gegen qualifizierte Gegenargumente zu vertreten - allesamt wertvolle Erfahrungen; auch für das spätere Berufsleben.

Alte Zöpfe abgeschnitten

Als Studentenverbindung stehen wir in der Tradition der liberalen Studentenbewegung des 18. und 19. Jahrhunderts. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir alle Bräuche aus dieser Zeit übernommen haben. Im Gegenteil: Manch alter Zopf ist schon lange abgeschnitten. So lehnen wir beispielsweise das akademische Fechten bereits seit unserer Gründung strikt ab. Wie alle Mitglieder unseres Dachverbandes übrigens. Nach dem zweiten Weltkrieg hat unsere Verbindung diesen Reformkurs weiter fortgesetzt. Das Unheil der Nazi-Diktatur und die Schrecken des Krieges hatten bei den überlebenden Mitgliedern zu einer tiefen Abneigung gegenüber jeder Form von Nationalismus und Militarismus geführt. Ein wichtiges Leitmotiv war daher schon damals der Gedanke der Völkerfreundschaft: So war unsere Verbindung 1951 die erste Verbindung unseres Verbandes, die mit dem Japaner Yu Shinoda einen Ausländer in ihre Reihen aufnahm. Für heutige Verhältnisse eine Selbstverständlichkeit, damals jedoch eine kleine Sensation. 1963 gelang es uns dann, an der katholischen Sophia-Universität in Tokyo eine Tochterverbindung zu gründen - die Akademische Vereinigung Edo-Rhenania.

Blick über den Tellerrand

Dieser progressive Geist prägt unsere Verbindung immer noch. Bei aller Pflege studentischer Traditionen achten wir daher darauf, nie das Neue aus den Augen zu verlieren. Und mehr als auf bierseliges Brauchtum, setzen wir auf akademischen Diskurs. Unser anspruchsvolles Semesterprogramm bietet dabei immer wieder Gelegenheit zum Blick über den Tellerrand und zur Auseinandersetzung mit anderen Religionen, Kulturen und Meinungen. Als überzeugte Christen engagieren wir uns ohnehin für Solidarität, Weltoffenheit und Toleranz.

Der Name unserer Verbindung geht auf die Burg Rheinstein zurück. Die historische Zollburg liegt in der Nähe der rheinland-pfälzischen Stadt Bingen und wurde zu Beginn des 14. Jahrhunderts erbaut. Heute gehört sie als Teil des Oberen Mittelrheintals zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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